Rüsselsheim:::ECHO:::TANN 2014

Bunter Stilmix im Jazzcafé

Musik – Trio Tann begeistert Zuhörer im „Rind“ – Stücke aus kommendem Album präsentiert

Das Trio Tann war zum dritten Mal Gast im Jazzcafé. Die Rüsselsheimer freuten sich offensichtlich auf das Wiedersehen mit der Band, Christian Vogt musste vor Konzertbeginn nicht nur zusätzliche Stühle, sondern auch noch einen weiteren Tisch für die Gäste im Rind aufstellen.
Das Trio hatte einen Schwung neuer und bisher unveröffentlichter Lieder mit im Gepäck, mit denen sie erst nächste Woche ins Studio gehen werden. Das Publikum im Rind bekam also eine kleine Vorausschau auf das kommende Tann-Album.
Als Bassist René Bornstein das Konzert mit einigen schweren Tönen aus seinem Kontrabass eröffnete, mag sich manch einer heimlich gefragt haben, ob heute wirklich Jazzcafé sei. Mit wolligem Rauschebart und kariertem Holzfällerhemd sah der Musiker nicht direkt nach Jazzclub aus und das kleine Modell eines Tannenbaumes am Bühnenrand erinnerte noch eher an das weihnachtliche Krippenspiel vor wenigen Wochen. Diese optische Verwirrung wurde von dem Gehörtem jedoch schnell wieder verweht. Ja, das war lupenreiner Jazz, den dieser Holzfäller da aus seinem großen Instrument zupfte. Denn Tann sind eine Jazzband, aber eine, die es an spritzig-frecher Attitüde mit mancher Punkband aufnehmen könnte.
Im Mittelpunkt der Musik stand das mal funkige, mal eher sphärische Gitarrenspiel von Dirk Haefner. Rund und weich wie Wassertropfen perlten die Töne aus seiner Gitarre, während seine Finger über das Griffbrett huschten. Dazu strich Schlagzeuger Demian Kappenstein mit einer großen Auswahl von Stöcken und Besen über die Felle seiner Trommeln, unter anderem bearbeitete er sein Schlagwerk mit einer Klobürste und einer alten Kinderpuppe mit eingebautem Glockenspiel. Unter all diesen Klangexperimenten brummte und knurrte das Bassspiel von Bornstein als harmonisches und rhythmisches Fundament der Gruppe.
Und dieses Fundament hielt ziemlich gut, denn geschlossen wie ein Mann jagten die Musiker von einem auf den anderen Moment wild durch alle denkbaren Stile, ohne dass es unkontrolliert oder hektisch wirkte. Die Gruppe war jederzeit bereit, die Stimmung eines Stückes um 180 Grad kippen zu lassen.
Neben der Musik durchaus auch unterhaltsam waren die schrägen Geschichten, mit denen Drummer Kappenstein durch das Programm führte. Das Lied „Julia auf dem Ponyhof“, erklärte er, handele von einem Erlebnis aus der Kindheit des Bassisten René Bornstein. Als Ferienjob habe dieser auf einem Bauernhof geholfen, Pferdeäpfel einzusammeln und sich dabei in die Gutsherrentochter des Hofes verguckt.
Andere Lieder seien den Winterdepressionen, Zirkusaufenthalten oder Roger Whittaker zu verdanken. Der Song „Mandys Dandy“ sei gar eine sächsische Fassung des Rotkäppchens. Und selbst eine kleine politische Botschaft hatten die punkigen Jazzer mitgebracht. Passend zum Forstfimmel der Band, das letzte Album ist nach dem Fachwort für Nadelhölzer „Konifere“ getauft, sammelten die drei Spenden für die „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“. „Da geht es um den Schutz von Mischwäldern“, erklärte Kappenstein, „und das finden wir, auch als Analogie für unsere Gesellschaft, unterstützenswert.“
Die knapp über 70 Zuhörer spendeten großen Applaus und ließen die Musiker erst nach einer zweiten Zugabe von der Bühne. Nach einem Programm aus lauter eigenen Liedern gab es dann als Rausschmeißer eine Coverversion des Wheatus-Heulers „Teenage Dirtbag“.
Der Zuschauer, der das Lied in der verjazzten Version zuerst erkannt hatte, konnte eine CD gewinnen.

Neue CD!!!

Es gibt eine neue CD!
Ich war mit der Band Lammel I Lauer I Bornstein im Studio!
Wir haben die CD “Novemberlieder” in der UdK in Berlin aufgenommen.

Wir arbeiten mit der Künstlerin Franziska Reinbothe
zusammen.”””Jedes Cover ist ein Unikat”””” und handgefertigt!

Hier ein paar Beispiele:
cd llb
Erhältlich für 15 Euro(5 Euro gehen an die Künstlerin)
Total play 52:12/9 Tracks
Mail to rene.bornstein.de

TANN in Rüsselsheim

15. März 2013  | gm

Virtuosen,

mit allen Wassern gewaschen

Konzert – Das Trio „Tann“ entwickelt beim Auftritt im „Rind“ auf jazz-untypische Weise einen homogenen Gesamtsound

Augenkontakt:  Mit Blicken und Gesten stimmten sich die Musiker des Jazztrios „Tann“ bei ihrem Auftritt im Rind ständig ab (von links: René Bornstein, Dirk Häfner und Demian Kappenstein).  Foto: Frank Möllenberg

Vergrößern | Augenkontakt: Mit Blicken und Gesten stimmten sich die Musiker des Jazztrios „Tann“ bei ihrem Auftritt im Rind ständig ab (von links: René Bornstein, Dirk Häfner und Demian Kappenstein). Foto: Frank Möllenberg

Till Schweiger-Fans konnten aufatmen: Wer sich nur schweren Herzens dazu durchringen konnte, die „Tatort“-Premiere von Deutschlands Frauenschwarm Nummer eins für den Auftritt des Dresdner Jazztrios „Tann“ im „Jazzcafé“ zu verpassen, wurde von Demian Kappenstein über die neuesten Ermittlungsergebnisse auf dem laufenden gehalten. Der Drummer hatte nämlich auf seinem Laptop den Livestream des Krimis stets vor Augen.
Der Auftakt des Konzerts erinnerte eher an ein Stück Neuer Musik als an „High Energy Indie Jazz“ – so die Kurzbeschreibung der Band auf ihrer Website: Eine Klangwolke aus lang gehaltenen, die Obertöne auslotenden Klänge des gestrichenen Basses und perkussiven Schnipseln vom – zunächst mit Tuch abgedämpften – Schlagzeug. Dann plötzlich die erste von vielen unerwarteten Wendungen hin zu klarer tonaler Sprache.
Gitarrist Dirk Haefner, Bassist René Bornstein und Demian Kappenstein am Schlagzeug gelingen polystilistische Umbrüche, die Staunen machen. Wie Karnickel schlägt das Trio immer wieder Haken in völlig andere Richtungen, ohne den Spielfluss zu unterbrechen. Ohne – und das ist das Bemerkenswerteste an dieser Band – dass einer die anderen je dominieren würde, denn „Tann“ gelingt es auf fast jazz-untypische Weise, einen homogenen Gesamtsound zu entwickeln, bei dem weniger einzelne Soli, stattdessen gemeinsame Improvisationen das Geschehen bestimmen. Sicher: Das ist nicht so ungewöhnlich – Jazz lebt nunmal von der Improvisation. Aber das übliche Schema von Melodie – Solo – Melodie wird auf eindrucksvolle Weise durchbrochen, obwohl (oder gerade weil?) jeder von ihnen ein mit vielen Wassern gewaschener Virtuose ist.
Es findet sehr viel Augenkontakt statt auf der Bühne – auch wenn von Dirk Haefners Gesicht nicht eben viel zu sehen ist. Der Gitarrist verbirgt große Teile seines Antlitzes hinter in die Stirn gekämmter Haarpracht, die untere Hälfte bedeckt ein wilder Bart. Trotzdem ist zu beobachten, wie Mund und Kinn in ständiger, mahlender Bewegung sind. Von den elektronischen Apparaturen zu seinen Füßen macht er nur gerade so viel Gebrauch wie nötig – längst gehören die additiven Möglichkeiten zur Klangerweiterung und -beugung zum festen Ausdrucksinventar zeitgenössischer Jazzgitarristen und werden nicht mehr plakativ in den Vordergrund gestellt. René Bornstein beweist auf seinem akustischen Bass viel Gespür für klangliche Finessen, häufig ist der Bogen in Gebrauch, was viel Raum lässt für subtile Soundexkursionen.
Weniger subtil, aber umso effektvoller und wohl teilweise als Gag gemeint ist eine Aktion Demian Kappensteins am Ende des ersten Sets: Aus vollen Händen lässt er Münzen (sicherheitshalber keine Euros) auf sein Set prasseln. Als er dann mit vollem Einsatz losdrischt, spritzen die Geldstücke quer durch den Raum – „Tann“ legt viel Wert auf Humor.Rund 50 Zuhörer ließen sich begeistert auf dieses ungewöhnliche und vielschichtige Musikerlebnis ein.

 

Aus:  http://www.echo-online.de/region/ruesselsheim/Virtuosen-mit-allen-Wassern-gewaschen;art1232,3759301

Tann, Stuttgart, 16.03.2013

Konzert: Tann 

Ort: Wilhelmsbaupalais, Stuttgart 
Zuschauer: mehrere 100 
Datum: 16.03.2013 
Dauer: 58 Minuten Bericht und Fotos von Jens K. Aus Stuttgart 

Es war wohl das virtuoseste Konzert, an das ich mich erinnern kann. Ich bin sprachlos, als nach knapp einer Stunde das atemberaubende Set der formidablen Jazz-Band Tann aus Dresden endet. Es ist Gitarrenjazz in höchster Perfektion, den Demian Kappenstein (Schlagzeug), René Bornstein (Kontrabass) und Dirk Häfner (Gitarre) zu später Stunde im Wilhelmsbaupalais, der ehemaligen Stuttgarter Stadtbibliothek am Charlottenplatz spielen. Improvisation, unfassbares Gitarrenspiel, Drumming in beser Gene Krupa – Tradition und ein markerschütterndes Bassspiel verlangen mir die allerhöchste Aufmerksamkeit ab, fesseln mich.

Unangekündigt beginnt das Konzert „Circus Dots“, dem zweiten Titel des im vergangenen Jahr erschienen Albums „Koniferen“. Dirk Häfner, einer der profiliertesten Gitarristen Deutschlands, den man unter anderen als Mitglied der Folkpop-Band Pretty Mery K sehen kann, der auch der ausgezeichnete Hamburger Indie – Bassist Ben Schadow, Solokünstler und Mitglieder von Bernd Begemanns Befreiung, angehört. Darüber hinaus ist Häfner, derjenige der den, meines Erachtens eher uninteressanten Pop Tim Bendzkos, verzaubert, indem er die Gitarrenparts zur Single „Wenn Worte meine Sprache wären“ beisteuerte. Beobachtet man den rothaarigen, bärtigen Gitarristen mit dem listigen Gesicht im Zusammenspiel mit seinen beiden Mitstreitern im Wilhelmsbaupalais, so gibt es keinen Zweifel, dass Jazz die Musik ist, in deren Element sich der Wahl-Berliner am wohlsten fühlt. Es macht Spaß der technischen Präzession des Trios zu zusehen, mit anzuschauen, wie die studierten Musiker aus Dresden eins werden mit der Musik.

Seit einigen Jahren höre ich gerne Jazz; Genre-Klassiker wie Chet Baker, Charlie Parker oder John Coltrane und natürlich Miles Davis. Doch ist es der heutige Abend, der einen Paradigmenwechsel in mir auslösen könnte, ein Schlüsselerlebnis in meinem musikalischen Entwicklungsprozesses, ein Ereignis, das dazu führen könnte, mich neben Konzerten aus dem weiten Feld der Popmusik auch häufiger in Jazzclubs antreffen zu können. Gitarren-lastiger Jazz erscheint mir so facettenreich, von solch wohldurchdachter Eleganz zu sein, dass es einen süchtig machen könnte. Den Fingerläufe der beiden Saiteninstrumentalisten zu folgen ist dabei ebenso fesselnd wie das energische, doch punktgenaue Schlagwerkspiel Kappensteins.

Alle Titel leben von der Improvisation, die trotz anfänglich unruhiger Geräuschkulisse letztlich für ein andächtig lauschendes Publikum sorgt. Es ist die Lange Nacht der Museen in Stuttgart, in dessen Rahmen der Auftritt von Tann heute stattfindet. Im Wilhelmsbaupalais laden eine Kunstausstellung und eine Reihe Jazzkonzerte unzählige Menschen zu einem Besuch ein. Dementsprechend hektisch ist die Atmosphäre rund um das Tann-Konzert, das glücklicherweise erst um 23 Uhr beginnt, so dass ich in keine Gewissenskonflikte mit dem früher stattfindenden Auftritt von Tess Wiley gerate.


Die Beleuchtung im sehr gediegenen, prachtvollen Foyer des Wilhelmsbaupalais’ ist atmosphärisch absolut stimmig und sorgt für angemessene Rahmenbedingungen eines solchen Konzertes. Spätestens mit dem zweiten Stück der Nacht haben Tann ihr Publikum schließlich im Griff, auf jeden Fall haben sie nun eine begeisternde Anzahl an Zuschauern gewonnen. „Julia auf dem Ponyhof“ http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=07UMrCmL3pQ&feature=endscreen, ein wundervolles Stück Instrumentaljazz’, indem Kontrabassist René Bornstein autobiografische Erlebnisse aus seiner Jugend aufarbeitet. So verlangten seine Eltern immer, dass sich der junge René eigenes Taschengeld hinzuverdient, was schließlich zu einem Ferienjob auf einem Ponyhof führte, wo er sich in eine Julia verliebte, wie Schlagzeuger Demian Kappenstein humorvoll erzählt. Überhaupt strotzen die Ansagen des bärtigen, chic-bebrillten Musikers im blauen Modhemd nur so von gut pointierten, sympathischen Witz. Und musikalisch sind die Musiker eben das, was dem Titel ihres Albums so ähnlich ist, nämlich Koryphäen. Der Einsatz verschiedenster Percussion- Hilfsmittel begeistert ebenso, so lässt Kappenstein mal wohldosiert Münzen über sein Instrument rieseln oder setzt andere ungewöhnliche Gegenstände, wie eine interessant aussehende Puppe ein.


„Dra di ned um, sonst fress i di“ ist ein weiteres, glänzendes Beispiel für die Klasse des intensiv-harmonierenden Trios. Euphorische Zurufe aus dem Publikum quittieren die Leistung und Intensität der Performance der jungen Dresdner Jazzer. „You“, geschrieben von Dirk Häfner, ist vielleicht der schönste Titel des tadellosen Konzerts. Der Gitarrist beginnt langsam, solo an seinem Instrument, bevor seine Kollegen einsteigen und sich das Stück zu einem erbarmungslos pulsierenden musikalischen Ritt steigert. „Round ‘n’ Round“ http://www.youtube.com/watch? v=ThWO9D_uYUk, das Kappenstein scherzend als „Rund und rund“ und als „unsere ewige Zirkusnummer“ ankündigt, fällt qualitativ in keinster Form ab, im Gegenteil, je länger der Auftritt andauert, desto leidenschaftlicher scheint er zu werden.

Zum Schluss gibt es noch „Zeitgeist“, „ein Stück Hipster-Kritik“, wie Kappenstein sagt, und hinzufügt, dass sie „die Metropolen dieser Welt, Dresden, Berlin und Dubai“ verlassen und sich „auf das Land verteilen“ sollten. Es ist der glänzende Schlusspunkt eines brillanten Konzerts, eines Konzerts, dass mein Interesse für Jazz um ein vielfaches gesteigert hat. Vielen Dank Tann, vielen Dank Dirk Häfner, René Bornstein und Demian Kappenstein!

Setlist: 

Circus Dots
Julia auf dem Ponyhof
Dra di ned um, sonst fress i di
You
Round and round
Zeitgeist

TANN in der Jazzthetik

Erste Rezension von Willi Schewski zum TANNalbum “Koniferen”

“Tann” (D) legen mit “Koniferen” ein melodiöses stimmungsvolles Jazz-Album vor

Von Willi Schewski. “Tann”. Schon mal was von “Tann” gehört? Nein, mit “Tann” ist nicht der staatlich anerkannten Luftkurort in der Rhön gemeint und auch nicht das Adelsgeschlecht.

Mit “Tann” ist ein junges deutsches Jazz-Trio gemeint, und dieses veröffentlicht am 26. Oktober 2012 beim Berliner Label Traumton Records ihr Album “Koniferen” (“Nadelhölzer”).

Das Trio “Tann” setzt sich zusammen aus Dirk Haefner (Gitarre), René Bornstein (Bass) und Demian Kappenstein (Schlag- und Effektinstrumente).

Ihr gemeinsames Werk “Koniferen” ist ein wunderschön melodiöses, bisweilen balladenhaftes und stimmungsvolles Jazz-Album. Das die Songs zuweilen zum Jazz-Rock tendieren und auch eine Priese Blues zum Vorschein kommt, macht diese Platte um so sympathischer. Dem Hörer bietet “Koniferen” eine dichte, schlüssige Klanggestaltung und eine überraschend freie Soundstruktur, die Spaß macht und zuweilen die humovolle Seite der jungen Musiker unterstreicht. Einige Titel, die dem Verfasser besonders ins Ohr gingen, seien hier genannt:

Der Einstieg gelingt fetzig mit der Nummer “Novemberlied”, wobei Schlagzeuger Demian Kappenstein überzeugend mit Gitarristen Dirk Haefner interagiert und den Außer-Atem-Song spielerisch locker begleitet.

Bei Titel Nr. 4 (“You”), der tendenziell an eine meditative Verarbeitung eines Folklore-Songs erinnert (obschon der Song aus der Feder von Gitarristen Dirk Haefner stammt), spielt genannter Gitarrist sein Gerät souverän, lässig und cool. Der leicht bluessige Charakter haucht dem Song ein Stück Mississippi-Feeling ein.

Bei “Julia auf dem Ponyhof” (Song Nr. 5), einer rockig, flüssigen Nummer, dominiert Haefner mit runden Gitarrenläufen. Der langsame Einstieg in den Song täuscht ein wenig; harmonisieren doch im weiteren dynamischen Verlauf Bassist René Bornstein und Gitarrist Haefner mit einer beeindruckenden symbiotischen Lässigkeit.

(c) Traumton Records
Bei Titel Nummer 6, “Bernstein”, hat man es in der Tat mit einem musikalischen Schmuckstück zu tun. Beim feinen, sensiblen Einstieg glaubt man an ein Stückchen “Summertime” von Jennis Joplin erinnert;

wären da nicht die plötzlichen Tempiwechsel und das in der Mitte des Titels fantastisch weiche Bassspiel des René Bornstein in Kongenialität mit Schlagzeuger Demian Kappenstein. Im letzten Drittel dominiert wieder Gitarrist Haefner mit einem abwechslungsreichen, mal mittelscharfen mal weichen Gitarrenarangement.

Sehen, hören, staunen: TANN spielen “Round n’ Round” live in Dresden (Quelle: YouTube)

Ein paar Worte über die Musiker:
Gitarrist Dirk Haefner hat in Bands von Roger Whittakker oder Sängerin Kira gespielt, er gewann mehrere Seminare und belegte den zweiten Platz beim internationalen Nachwuchswettbewerb in Burghausen. Ferner wirkte Haefner bei Aufnahmen von Gruppen wie Sessao oder Xochil mit.

Schlagzeuger Demian Kappenstein ist in den Stilen Rock bis Avantgarde zuhause. Er versteht es dabei zu gleichen Teilen sich als Soundgenerator wie Rhythmusgarant zu exponieren. Das sprach sich in der Szene herum und es folgten Auftritte mit Größen wie Rolf Kühn, Markus Stockhausen, Kurt Rosenwinkel und Vincent von Schlippenbach.

Der Bassist René Bornstein hat unter anderem bei Tom Götze gelernt und ist bei Thomas Zoller in die Hörlehre gegangen. Auf dieser Basis hat er sich zu einem gefragten Mann an der Seite der ostdeutschen und Berliner Jazzszene entwickelt, der inzwischen auch über die Landesgrenzen hinaus aktiv ist.

Titelverzeichnis “Koniferen”:

1. Novemberlied 3:47
2. Circus Dots 5:26
3. Round ‘n’ Round 4:12
4. You 8:06
5. Julia auf dem Ponyhof 4:54
6. Bernstein 5:47
7. Jardim 5:09
8. Zeitgeist 5:39
9. Schlafen 7:12

Weitere Infos:
Tann im Web: http://www.tannjazz.de
Facebook: www.facebook.com/trioddr

Scrootch in Avignon

Ein kleiner Rückblick ab 1:46 spielt Scootch den Song Le fou von Florian Bublys

Unsere Kurztour gefördert durch die

ist nun beendet. Wir sind 2800 Kilomter gefahren und haben unsere Konzerte in Dresden(Blue Note), Freiburg(Divina’s Art Café) und Avignon gespielt. Und wir haben auch was mitgebracht: Zwei Preise vom Wettbewerb in Avignon.
Nächstes Jahr dürfen wir also nochmal nach Avignon fahren um dann im http://www.labuissonne.com
“Studio” unsere nächste CD aufzunehem und ein Konzert im wunderschönen Kloster von Avignon zu spielen.
Hier ein Foto von diesem Jahr.


Jazzcafé – „Dirk Haefner Trio“ gastiert mit entspannt lockeren Jazztönen im „Rind“

Eigenkompositionen aus dem Waldhäuschen

Jazzcafé – „Dirk Haefner Trio“ gastiert mit entspannt lockeren Jazztönen im „Rind“

Wer schon bei Roger Whittaker seine Brötchen verdient hat, muss sich einfach rabiat den Frust vom Leibe spielen – sollte man meinen. Aber Dirk Häfner vom gleichnamigen Trio hat die musikalische Hungertour offensichtlich gut überstanden, wie beim Gastspiel der Band am Sonntagabend im „Jazzcafé“ zu hören war, und verzichtet trotz der Ansammlung elektronischer Beihilfen zu seinen Füßen ganz auf dröhnend verzerrten Schnickschnack und Rekorde heischende Kavalierstarts.
Der Absolvent der britischen „Academy of contemporary Music“ bevorzugt einen klaren, bei Pat Metheny angesiedelten Sound, was ihn freilich nicht davon abhält, gelegentlich auch mal voll aufzudrehen.

Das unbetitelte Auftaktstück ist in sanften Pastelltönen gehalten. Gemeinsam mit Schlagzeuger Demian Kappenstein legt er in der Mitte des ersten Sets dagegen ein Aufsehen erregendes Duo hin, bei dem alle Unterscheidungen zwischen „Lead“ und Begleitung hinfällig werden.
Bassist René Bornstein hält sich nicht mit begleitenden Grundtönen auf, sondern stellt mit einfallsreicher Melodik klar, dass die drei Dresdner auf Augenhöhe agieren.
Die Band nennt sich nach eigenen Angaben ständig um: Steht im Programmheft neben „Dirk Haefner Trio“ noch die Bezeichnung „D.D.R“ – nach den Vornamen Dirk, Demian und René – so nennt sich die Formation auf der Bühne plötzlich „Tann“ – inspiriert vom Aufnahmeort ihrer aktuellen CD „Jardim“, einem kleinen Waldhäuschen.
Fast ausschließlich Eigenkompositionen werden an diesem Abend präsentiert, die nicht ohne Witz betitelt werden: „Schlafen“ beispielsweise heißt nicht etwa so, weil es zum Gähnen anregen würde. Das Stück ist zwar so ruhig, dass Schlagzeuger Kappenstein echte Besen verwendet, heißt aber so, weil Haefner beim Komponieren einnickte.
Bassist Bornstein dagegen verarbeitet regelmäßige Depressionsschübe zur Herbstzeit in durchnummerierten „Novemberliedern“. „Novemberlied 5“ malt er mit breitem Pinsel in satten Farben – eine Grundierung, die zu wilden Soli einlädt.
„Julia aufm Ponyhof“ ist einer befreundeten Dresdner Pianistin gewidmet. Wer mag, kann sich zu den unisono gespielten synkopischen Figuren des Intros nicht ganz gut verlaufene Reitversuche vorstellen.
Die jungen Musiker aus dem Umfeld der Dresdner Musikhochschule präsentieren sich als kompakte, spieltechnisch versierte Einheit, die es mit dem Einfallsreichtum bei den Arrangements nicht übertreibt – Demian Kappensteins Einsatz diverser Metallketten, die über den Rahmen seiner Trommeln gezogen werden oder, gleichzeitig mit den Trommelstöcken in der Hand gehalten, eine aleatorische perkussive Aura erzeugen, sind da eine Ausnahme. Angenehm unaufgeregt bescheren sie den rund 40 Zuhörern einen hörenswerten Ausklang der Woche.

Von Sven Hormuth

„Tann“-Trio beim Jazz-Café im Rüsselsheimer „Rind“

„Tann“-Trio beim Jazz-Café im Rüsselsheimer „Rind“

27.03.2012 – RÜSSELSHEIM

Von Natalia Schmidt

Wer sich am Sonntagabend nicht dem wöchentlichen „Tatort“ hingeben wollte, sondern nach Rüsselsheim ins „Rind“ fuhr, um sich auf die kommende Woche vorzubereiten, tat Recht. Entspannend allerdings war die Musik des „Tann“-Trios nicht.

Die drei Musiker – Dirk Häfner an der Gitarre, Demian Kappenstein am Schlagzeug und René Bornstein am Bass – zogen bereits mit den ersten Klängen die rund 40 Zuhörer in ihren Bann. Voll konzentriert und fasziniert blickte das Publikum auf die Bühne und vergaß rund um sich Zeit und Raum. Was die drei Musiker ihren Instrumenten entlocken, ist nicht zu vergleichen. Vergeblich sucht man den Mainstream, vergeblich eine Möglichkeit zum Mitwippen oder gar einen Vier-Viertel-Takt. Nein, sie können nicht einfach, was man besonders beim Stück „Schlafen“ eindrucksvoll zu hören bekommt. Psychedelische und sphärische Klänge, dissonante Harmonien und im Hintergrund eine Spieluhr entführen in eine Traumwelt.

Auch beim Titelstück der neuen CD mit dem portugiesischen Namen „Jardim“ (zu Deutsch: Garten) entstehen im Kopf zuerst Bilder eines Spazierganges durch einen englischen Park. Dann aber befindet man sich zusehends im Irrgarten von Subdominanten, Schlagzeug-Attacken, und es reicht ein Blick auf die Mimik der Musiker, die jeden einzelnen Ton zerkauen, ja sich praktisch mimisch und instrumental duellieren.

Das „Dirk Häfner Trio“, das vormals unter dem Namen „D.D.R.“ auftrat (nach den Anfangsbuchstaben der Vornamen) spielt jetzt unter dem Namen „Tann“. Aber egal, welchen Namen sie möglicherweise beim nächsten Auftritt im „Rind“ haben werden – es ist eine ganz besondere Musik und ein ganz besonderes Erlebnis.

So sieht sie aus.

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an rene.bornstein@gmail.com